Ein RDKS-Sensor misst den Druck im Reifen und funkt ihn ans Fahrzeug. Damit er das kann, sitzt er dort, wo die Luft ist: innen im Rad, direkt am Fuß des Ventils. Je nach Bauart wiegt er zwischen 20 und 40 Gramm – etwa so viel wie eine Streichholzschachtel.
Im Stand ist das belanglos. Sobald sich das Rad dreht, wird daraus ein Problem. Die Fliehkraft zieht an dem Sensor wie an einem Stein, den Sie an einer Schnur im Kreis schleudern. Und sie wächst nicht gleichmäßig mit dem Tempo, sondern im Quadrat: doppelte Geschwindigkeit bedeutet die vierfache Kraft.
Bei Tempo 100 zieht der Sensor mit gut vier Kilogramm an seinem Ventil, bei Tempo 130 mit über sieben. Ein Gummiventil ist genau das, wonach es klingt: ein elastischer Gummistiel. Er gibt nach, biegt sich nach außen und legt sich an die Felge an. Wird das Fahrzeug langsamer, federt er zurück.
Und das ist der entscheidende Punkt: Nicht die Kraft an sich macht das Gummi mürbe, sondern die Wiederholung. Jede Fahrt biegt den Ventilschaft einmal hin und wieder zurück, überlagert von den Stößen der Fahrbahn. Fachleute nennen das Biege-Wechsel-Beanspruchung. Wer schon einmal eine Büroklammer so lange hin- und hergebogen hat, bis sie brach, kennt das Prinzip: Jede einzelne Bewegung ist harmlos. Die Summe ist es nicht.