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Hintergrund
Neues Auto, neue Reifenpreise: Warum der Vergleich mit dem Vorgänger nicht mehr passt

Nach Jahren ein neues Auto – und beim ersten Reifenkauf der Schreck. Was sich zwischen 16 und 19 Zoll tatsächlich alles geändert hat, und warum es nicht eine Änderung ist, sondern fünf.

Jero (Inhaber)

Drahtgitter-Darstellung zweier Pkw-Räder im Größenvergleich – links kleineres Rad mit hoher Reifenflanke, rechts größeres Rad mit flacher Flanke und feinspeichiger Felge
Der Preis ist nicht gestiegen. Sie kaufen etwas anderes.

01Einleitung

Es ist ein Moment, den wir hier oft erleben. Jemand fährt ein neues Auto vor, sichtlich zufrieden damit – und wird still, wenn es um den ersten Satz Reifen geht. Der Satz, der dann kommt, lautet fast immer gleich: „Bei meinem alten hat das die Hälfte gekostet."

Das stimmt meistens sogar. Nur vergleicht er zwei Dinge, die nicht mehr vergleichbar sind.

02Der Vergleich mit dem alten Auto muss weg

Wer zehn Jahre lang eine 16-Zoll-Größe gefahren ist und jetzt 19 Zoll unter dem Auto hat, hat nicht denselben Artikel in teurer gekauft. Er hat ein anderes Produkt gekauft.

Das klingt banal, ist aber der ganze Punkt: Solange die alte Zahl im Kopf als Maßstab dient, wirkt jeder Preis überzogen. Streicht man sie, bleibt eine schlichte Frage – was kostet ein Reifen, der zu diesem Auto gehört?

03Es hat sich nicht eine Sache geändert, sondern fünf

Das ist der eigentliche Grund für den Schreck. Beim Autowechsel ändern sich mehrere Dinge gleichzeitig, und jedes einzelne kostet:

  • Die GrößeMehr Breite, mehr Durchmesser, mehr Material.
  • Der TraglastindexEin schwereres Auto braucht einen Reifen, der mehr tragen darf.
  • Der GeschwindigkeitsindexLäuft das Fahrzeug schneller, muss der Reifen für dieses Tempo gebaut und geprüft sein.
  • Die SensorenHatte Ihr voriges Auto noch kein Reifendruckkontrollsystem, kommen jetzt Sensoren dazu.
  • Der zweite SatzAlles Genannte gilt auch für die Winterräder.

Fünf Posten, die man nicht sieht, weil man auf eine Zahl schaut.

04Größere Räder sind ein anderer Markt

Ein Punkt, der selten erklärt wird und viel erklärt. Eine gängige 16-Zoll-Größe wird von praktisch jedem Hersteller in großen Stückzahlen gebaut. Es gibt viele Angebote, sie konkurrieren miteinander, der Preis steht unter Druck.

Je größer und spezieller die Dimension, desto kleiner die Serie und desto kürzer die Liste der Hersteller, die sie überhaupt anbieten – oft nur noch im gehobenen Segment. Sie erleben das als Preissprung. Tatsächlich sind Sie in einen anderen Markt gewechselt, in dem es schlicht weniger Auswahl gibt.

05Höheres Tempo heißt höhere Anforderungen

Der Geschwindigkeitsindex ist keine Marketingangabe. Er sagt, für welches Tempo der Reifen ausgelegt und geprüft ist, und er hängt an dem, was Ihr Fahrzeug bauartbedingt kann – nicht daran, wie schnell Sie tatsächlich fahren.

Zusammen mit dem Traglastindex bestimmt er Aufbau, Material und Prüfaufwand. Beides zusammen ist einer der Hauptgründe, warum derselbe Reifen in derselben Größe je nach Ausführung deutlich unterschiedlich kosten kann.

06Ab einem gewissen Tempo wird auch die Reparatur enger

Etwas, das viele erst im Schadensfall merken. Je höher der Geschwindigkeitsindex, desto strenger die Grenzen für eine Reparatur – und desto eher entscheidet ein Betrieb, sie gar nicht erst anzubieten.

Wo genau diese Grenze liegt, legt jeder Betrieb für sich fest. Bei uns gibt es sie auch, und wir sagen offen, wo sie verläuft. Das heißt für Sie: Bei einem hochwertigen Reifen kann ein Nagel schneller den ganzen Reifen kosten als beim vorigen Auto.

07Mit Allrad kann ein Schaden mehr als einen Reifen kosten

Hatte Ihr voriges Auto keinen Allradantrieb und das neue hat einen, kommt ein Punkt dazu, den es vorher nicht gab.

Bei Allradantrieb werden beide Achsen angetrieben. Unterschiedlich große Abrollumfänge der Reifen wirken sich dann bis in den Antrieb aus, und es können Folgeschäden entstehen.

Wie viel Unterschied zulässig ist, gibt der Fahrzeughersteller vor – es steht in den Unterlagen zu Ihrem Fahrzeug, nicht in einer allgemeinen Regel. Praktisch bedeutet das: Ein einzelner, nicht reparabler Schaden kann dazu führen, dass mehr als ein Reifen ersetzt werden muss.

Warum das so ist, welcher Aufwand dahintersteckt und wann ein einzelner Reifen trotzdem genügt, steht im unten verlinkten Artikel.

08Der Sensor kostet nicht nur einmal

Hatte Ihr altes Auto kein Reifendruckkontrollsystem, ist das jetzt ein neuer Posten – und zwar ein wiederkehrender. Beim Neukauf von Rädern kommen Sensoren dazu. Bei jeder Reifenmontage kommen die Kleinteile am Ventil dazu, sofern sie fällig sind. Und irgendwann ist die Batterie im Sensor leer, was einen neuen Sensor bedeutet.

Nichts davon ist vermeidbar, und keines davon gab es an Ihrem alten Auto.

09Wo Sie tatsächlich sparen können

Ein konkreter Hinweis, statt nur zu erklären. Welche Rad-Reifen-Kombinationen für Ihr Fahrzeug zulässig sind, verraten die COC-Papiere. Häufig ist darunter eine kleinere Zollgröße – und die bietet sich für den Winter an.

Wenn das bei Ihrem Fahrzeug möglich ist, wird der zweite Satz spürbar günstiger. Sprechen Sie uns darauf an, bevor Sie den Winterradsatz bestellen.

Der Reifen ist kein Zubehör, das man dazukauft. Er ist das Bauteil, das alles auf die Straße bringt, wofür Sie sich beim Autokauf entschieden haben.
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