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Lexikon

Motor –
Motoröl

Was in Motoröl steckt, was 5W-30 bedeutet und warum dickeres Öl nicht automatisch besser schützt.

Drahtgitter-Darstellung eines Ölkanisters, dessen Ausgießer auf dem Öleinfüllstutzen eines Zylinderkopfs sitzt, aus dem Kanister läuft Motoröl in den Stutzen

01Einleitung

Motoröl trennt die bewegten Teile im Motor durch einen dünnen Film. Es nimmt Schmutz und Verbrennungsrückstände auf und führt Wärme ab. Es besteht aus einem Grundöl und Zusätzen, den sogenannten Additiven. Die Additive machen den größeren Teil der Arbeit.

02Woraus besteht Motoröl?

  • Grundölmineralisch, hydrogecrackt (HC) oder vollsynthetisch.
  • Reinigende Additivehalten Ruß und Rückstände in der Schwebe, damit sie sich nicht ablagern.
  • Verschleißschutzlegt sich auf die Metallflächen, meist eine Zink-Phosphor-Verbindung.
  • Reibungsmindererauf Basis von Molybdän, Wolfram oder Bor, oder rein organisch.
  • Viskositätsverbesserersorgen dafür, dass das Öl kalt nicht zu dick und heiß nicht zu dünn ist.

03Was bedeutet 5W-30?

  • Die Zahl vor dem W (für Winter) beschreibt das Verhalten bei Kälte. Je kleiner sie ist, desto schneller kommt das Öl beim Kaltstart überall hin.
  • Die Zahl dahinter beschreibt, wie dick das Öl bei 100 °C ist, also im warmen Motor.
  • Ein 0W-30 ist bei Kälte dünner als ein 5W-30, warm sind beide gleich.

04Schützt dickeres Öl besser?

Nicht pauschal. Motor und Öl werden als System entwickeltSpaltmaße, Werkstoffe und Additive passen zusammen. Ein 0W-20 schützt in einem Motor, der dafür gebaut ist, genauso gut wie ein 10W-40 in einem älteren Motor.

Der Trend zu dünnem Öl kommt von den VerbrauchsgrenzwertenDünnes Öl hat weniger innere Reibung. Wechselt ein Hersteller bei einem Motor auf ein dünneres Öl, ändert er auch die Additive.

05Wichtiger als die Zahl: die Freigabe

Die Hersteller geben Öle für ihre Motoren frei, zum Beispiel BMW Longlife-04 oder VW 504 00. Die Freigabe sagt, ob das Öl zu Ihrem Motor passt. Die Viskosität allein sagt das nicht.

06Warum muss Öl gewechselt werden?

  • Die reinigenden Additive sind irgendwann gesättigt.
  • Der Verschleißschutz arbeitet sich an den Metallflächen ab.
  • Die Viskositätsverbesserer werden mechanisch zerkleinert, das Öl wird dünner.
  • Bei Kurzstrecke kommen Kraftstoff und Kondenswasser ins Öl. Benzin dampft aus, wenn das Öl richtig warm wird, Diesel deutlich schlechter.

07Was heißt Low-SAPS?

SAPS steht für Sulfatasche, Phosphor und Schwefel. Diese Stoffe schaden dem Partikelfilter und dem Katalysator. Low-SAPS-Öl enthält nicht weniger Additive, sondern andereaschefreie Reiniger statt Calcium-Verbindungen. Es schützt deshalb nicht schlechter.

08Braucht Motoröl Zusätze aus der Dose?

Ein fertiges Motoröl ist vollständig ausgestattet. Viel hilft nicht vielDie Metallflächen nehmen nur begrenzt Wirkstoff auf. Mehr Molybdän zum Beispiel senkt die Reibung irgendwann nicht weiter.

Bei manchen beschichteten Motorteilen (DLC-Schicht) können bestimmte Molybdän-Zusätze sogar schaden. Für Mikrokeramik und ähnliche Zusätze fehlt ein unabhängiger Nachweis, dass sie in einem fertigen Motoröl etwas verbessern.

09Was zeigt eine Ölanalyse?

Eisen und Aluminium zeigen Verschleiß, Silizium zeigt Staub aus der Ansaugluft. Dazu kommen Kraftstoff, Wasser und die Viskosität im Vergleich zum frischen Öl. Aussagekräftig ist die Analyse nur, wenn man dasselbe Öl auch frisch untersucht hat.

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