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Werkstätten in der Zukunft – Teil 4: Stufe 2

In der zweiten Stufe sagt man seinem persönlichen KI-Assistenten nur noch, was man möchte. Was das für die Werkstatt bringt, warum es weit über sie hinausreicht – und wo die Grenzen liegen.

Jero (Inhaber)

Drahtgitter-Darstellung: zwei einander zugewandte Maschinenköpfe, die über ein Kabel direkt miteinander verbunden sind, dahinter zwei nach außen blickende menschliche Köpfe
In der ersten Stufe verbinden sich Daten. In der zweiten reden die Assistenten miteinander.

01Einleitung

Auf die erste Stufe folgt die zweite. Jeder Mensch wird einen persönlichen KI-Assistenten haben, der grundlegende Dinge für ihn regelt. Auf die Werkstatt bezogen heißt das: Man sagt nur noch, was man möchte, und die KI regelt den Rest im Hintergrund.

Das geschieht auf zwei Wegen. Entweder fragt der Assistent über die Schnittstellen der Webseiten alles ab und trägt es ein. Oder – wenn die Werkstatt selbst einen Agenten hat – besprechen die beiden Agenten das Drumherum miteinander. So merkwürdig das klingt: Sie klären untereinander, was zu klären ist, und legen dem Menschen nur noch die Entscheidungen vor, die er nicht schon vorab festgelegt hat.

Webseiten rücken damit in den Hintergrund, weil kein Mensch sie sich noch selbst anschaut – das übernimmt sein Agent. Sie bleiben nur für jene, die keinen Agenten einsetzen.

02Ist der Wandel schlecht?

Politisch möchte ich mich eigentlich nicht äußern. Aber als jemand, der selbst auf Basis von KI entwickelt und die heutigen Möglichkeiten kennt, kann ich sagen: Auf uns Menschen kommt einiges zu. Technisch ist diese Entwicklung großartig. Für uns als Menschen ist sie eine gewaltige Veränderung.

KI wird den Menschen im klassischen Büro ersetzen. Nimmt man eine Abteilung mit tausend Mitarbeitern, dürfte am Ende eine Handvoll übrig bleiben – vielleicht zehn bis fünfundzwanzig, die sich um das kümmern, wobei die KI sich nicht zu hundert Prozent sicher ist. Und auch die bleiben nur eine Weile.

Ein Bürojob und ein Haus, finanziert auf zwanzig Jahre – während die nächsten zehn Jahre so ungewiss sind wie nie zuvor. Hat die Politik das auf dem Schirm? Meiner Einschätzung nach nicht. KI, kombiniert mit den humanoiden Robotern, die den Weltmarkt in den nächsten Jahren erreichen werden, wird eine neue Herausforderung für die Menschheit.

03Zurück zu den Vorteilen

Durch die geschilderten zusammenhängenden Abläufe entsteht ein handfester Vorteil: Für die Person in der Werkstatt bleibt mehr produktive Arbeitszeit. Mehr Zeit für Reparaturen und Kundendienst; Recherche und Papierkram laufen automatisiert im Hintergrund.

Wenn eine Werkstatt durch die gesteigerte Produktivität mehr am Fahrzeug arbeiten kann, ergibt das höheren Umsatz bei gesunkenen Kosten. Das kann eine große Stütze für stabile Preise sein – für jene, die offen für den neuen Weg sind.

Was dann bleibt, ist die Frage, ob man diesen Weg gehen möchte oder sich ihm verweigert. Eine Werkstatt, die umgestellt hat, wird eher einen Bogen um Kunden machen, die den neuen Weg nicht mitgehen, weil er für sie mehr Arbeit bedeutet – oder ist dieser Personenkreis mit einem höheren Stundensatz einverstanden? Das ist individuell.

04Das große Aber

Gesteigerte Produktivität und stabile Preise – das klingt gut. An dieser Stelle müssen wir uns Teil 1 dieser Story in Erinnerung rufen. Die gesteigerte Produktivität fängt den Verlust nicht auf, den die Branche erleidet, weil die Zahl der Werkstätten abnimmt.

Dazu kam die gestiegene Wissensanforderung im Kfz-Bereich: Nicht jeder, der im Büro seinen Job verliert, sattelt mal eben zum Mechaniker um.

Weniger Werkstätten bei gleichen oder womöglich weiter steigenden Fahrzeugzulassungen sind ein Problem. Wenn alle Werkstätten voll sind und man sucht eine – was dann? Das ist der Punkt, an dem sich Werkstatttreue als Stammkunde auszahlt: Diese Suche spart man sich.

Wer sich für den neuen Weg öffnet, spart am Ende das, was am knappsten wird: die Suche nach einer Werkstatt, die noch Zeit hat.
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